Am Wochenende wummert es wieder in Charlottenburg: Zum ersten Mal ist die Hauptstadt Gastgeber für das Top-Four-Turnier um den Pokal der Basketball-Bundesliga. Und obwohl Alba Berlin nach einer starken Saison mit guten Chancen in das Turnier in der Sömmeringhalle gehen dürfte, ist der Klub keinesfalls der alleinige Favorit.
Am Samstag (16 Uhr) stehen die Berlinerinnen im Halbfinale gegen die Saarlouis Royals. Wenn alles gut läuft, steht am nächsten Tag das Finale für die Berlinerinnen auf dem Plan, entweder gegen den soliden Tabellenführer Rutronik Stars Keltern oder gegen die Eigner Angels Nördlingen.
Spricht man mit den Spielerinnen von Alba, merkt man: Da liegt ein Knistern in der Luft, alle fiebern auf diesen möglichen nächsten Titel hin. Der Pokal – der fehlt schließlich noch in der Liste der Erfolge von Albas Basketballerinnen. Das erste Mal in der ersten Liga spielen, das erste Mal die Meisterschaft gewinnen, das erste Mal an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen: All das hat Alba schon abgehakt.
Letztes Jahr ging alles schief
Mit im Hinterkopf ist immer noch, dass es nicht so laufen soll wie beim letzten Versuch vor einem Jahr. Da hatte man sich so sehr auf das große Ziel fokussiert, dass dann schon im Halbfinale Schluss war: Alba verlor hoch mit 46:73 gegen Hannover, und belegte nur den dritten Platz.
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Doch diese Enttäuschung, so scheint es zumindest, haben die Berlinerinnen inzwischen gut weggesteckt. „Ich glaube, das war Teil des Wachstums“, sagt Kapitänin Lena Gohlisch. „Es geht nicht immer gerade nach oben, sondern es wird auch immer Rückschläge geben.“
Dass einen das nicht ausbremsen muss, haben die Spielerinnen damals schon im Anschluss gezeigt, als sie die Finalserie der Liga als deutsche Meisterinnen gewannen. Die Motivation für das diesjährige Pokalturnier hat das sogar noch geschärft: „Wir haben alle Lust auf mehr nach der Meisterschaft des letzten Jahres.“
Spielplan und Übertragung
Samstag, 1. März (Halbfinals)
16 Uhr: Saarlouis Royals – ALBA BERLIN (Stream)
19 Uhr: Rutronik Stars Keltern – Eigner Angels Nördlingen (Stream)
Sonntag, 2. März
13 Uhr: Spiel um Platz drei (Stream)
16 Uhr: Finale (Stream)
Tickets für das komplette Wochenende ab 39 Euro gibt es hier.
Der Weg zum Pokal wird allerdings nicht einfach. Denn von den vier Spielen, die Alba in dieser Saison verloren hat, waren alle gegen jetzige Top-Four-Kontrahentinnen. Jeweils zwei Niederlagen fuhr Alba gegen Keltern und Saarlouis ein.
Gegen Keltern holten die Berlinerinnen am vergangenen Wochenende noch einen Sieg – damit bleibt Albas erster Top-Four-Gegner Saarlouis das einzige Team, das diese Saison von Alba noch nicht geschlagen wurde. Eine Revanche ist aus Alba-Sicht also überfällig. „Wir sind zu Hause normalerweise sehr, sehr stark“, sagt Lena Gohlisch. „Saarlouis hat es geschafft, uns zu Hause zu schlagen und deshalb ist es, glaube ich, ein Spiel, auf das wir jetzt alle heiß sind.“
Vor dem Spiel am Samstag war der Sieg über Keltern sicherlich noch mal ein Boost fürs Selbstbewusstsein. Alba-Coach Cristo Cabrera lobte nach dem Spiel vor allem das Teamwork seiner Mannschaft. Niemand sei sich zu schade gewesen, auch mal den Ball abzugeben, alle hätten gekämpft. Den Spielerinnen gab Cabrera dennoch eine Warnung mit: „Letztes Jahr vor dem Top Four haben wir auch Keltern besiegt – und dann haben wir im Halbfinale verloren.“
Saarlouis hat es geschafft, uns zu Hause zu schlagen und deshalb ist es, glaube ich, ein Spiel, auf das wir jetzt alle heiß sind.
Lena Gohlisch, Alba-Kapitänin
Sollte Alba den ersten kritischen Test gegen Saarlouis bestehen, bleibt für die nächste Hürde kaum Zeit für Vorbereitung. Erst am Samstagabend entscheidet sich, ob der Gegner für den nächsten Tag Keltern oder Nördlingen heißen wird. Mit dieser kurzen Adaption lernte das Team in ihrer ersten Saison im Eurocup umzugehen. Wichtig ist etwa, den Fokus aufs eigene Team zu legen, statt auf den Gegner, sagt die Kapitänin Gohlisch.
Trainer Cristo Cabrera will die verbleibenden Tage vor allem nutzen, um die Basics zu trainieren. Natürlich seien die Spielerinnen vor dem Halbfinale aufgeregt. Sein Rezept: „Wenn sie sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, verschwindet die Nervosität und sie können sich aufs Spielen fokussieren“, sagt der Alba-Coach.
Die Sömmeringhalle als Kulisse
Tatsächlich hat der Basketball der Frauen mit Berlin als Gastgeberstadt schon viel gewonnen, selbst wenn es für Alba am Ende doch nicht für den Titel reichen sollte. Erinnert man sich an das Final Four vom vergangenen Jahr, das vor nur 1400 Zuschauer:innen an beiden Tagen im Saarland stattfand, dürften die eingegroovten Berliner Fans in der Sömmeringhalle für eine ganz andere Kulisse sorgen.
Noch dazu ist Alba in der Liga als Leuchtturm-Projekt bekannt, was die Infrastruktur und proaktive Förderung der weiblichen Vereinssparte angeht. Für Alba sind die vielen Fans in der Charlottenburger Halle natürlich ein extra Motivator, abzuliefern. „Die Sömmeringhalle hat uns viel gegeben, wir möchten das Gleiche zurückgeben“, sagt Trainer Cabrera.
Ihrer Rolle als Gastgeberinnen dieses großen Turniers sind sich auch die Spielerinnen bewusst. „Jeder kennt die Atmosphäre in der Sömmeringhalle: Es ist laut, es ist mitreißend“, sagt Point Guard Deeshyra Thomas. Für Alba sei die eigene Crowd ein großer Vorteil. „Darauf werden sich die Anderen auf jeden Fall einstellen müssen.“
Im Kontakt mit Spielerinnen anderer Vereine hat Lena Gohlisch schon oft mitbekommen, dass auch Albas Gegnerinnen diese Aufmerksamkeit bei den Auswärtsspielen in der Hauptstadt genießen: „Alle sagen, dass es schön ist, in Berlin zu spielen.“