Das jüdische Krankenhaus wird vielleicht von Vivantes übernommen: Ich kann nicht beschreiben, wie wütend mich diese Nachricht macht.
In den letzten Jahrzehnten hat jede Gesundheits- und Krankenhausreform dazu geführt, dass sich die Situation von behinderten und chronisch kranken Menschen empfindlich verschlechtert hat. Behinderte und chronisch kranke Menschen waren ohnehin schon immer im großen Maße unterversorgt.
Die Situation noch weiter zu verschärfen, ist eine beängstigende Leistung! Karl Lauterbachs letzte Krankenhausreform soll Krankenhäuser dazu bringen, sich zu spezialisieren. Jede Person, die sich schon mal mit einer Diagnostik herumschlagen musste, weiß, wie fatal das ist.
Es war schon vor der Reform oft kaum möglich, verschiedene Fachbereiche zur Zusammenarbeit zu bewegen. Menschen mit komplexen oder seltenen Krankheiten wurden schon vorher von A nach B geschickt, ohne dass irgendwer sich verantwortlich gefühlt hat.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
Furchtbare Erfahrungen in Vivantes-Häusern
Krankenhäuser und deren Ambulanzen waren einer der wenigen Orte, an denen man Glück haben konnte, dass verschiedene Fachärzt*innen Teil eines konstanten und interdisziplinären Diagnose- und Behandlungsprozesses waren. Mit dem Druck der Spezialisierung nimmt diese Chance rapide ab.
Wenn diese Reform dann zusätzlich das einzige jüdische Krankenhaus in ganz Deutschland dermaßen in die Knie zwingen sollte, dass es von einem deutschen Konzernriesen übernommen werden muss, dann wäre das eine absolute Schande und sollte alle Alarmglocken schellen lassen!
Und dann auch noch ausgerechnet Vivantes! Mein persönlicher Versorgungsalptraum. Mein halbjähriges Pflegepraktikum im Vivantes Pflegeheim war aufgrund der dortigen Zustände eine wirklich furchtbare Erfahrung! Meine Erfahrung als Patientin in Vivantes-Krankenhäusern: ebenfalls fast durchgängig furchtbar.
Dass nun das jüdische Krankenhaus aufgrund deutscher Politik gezwungen wird, sich voraussichtlich von diesem Konzern übernehmen zu lassen, bricht mir das Herz und Deutschland vollends das nicht vorhandene Rückgrat.