Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist in den ersten beiden Monaten des Jahres deutlich gesunken. Im Januar und Februar stellten insgesamt 29 947 Personen einen Asylantrag, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Freitag mitteilte. Dies sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 43,4 Prozent. „Die Zahlen zeigen, wie stark wir die irreguläre Migration durch konsequentes Handeln zurückdrängen“, erklärte Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Hauptherkunftsländer der Schutzsuchenden sind unverändert Syrien, Afghanistan und die Türkei.
Nach Angaben der Ministerin werden zugleich „deutlich mehr Personen“ aus Deutschland abgeschoben. „Wir haben eine Steigerung der Abschiebezahlen von aktuell über 30 Prozent im Vergleich zu Anfang 2024“, erklärte die SPD-Politikerin und betonte: „Die irreguläre Migration lässt sich mit rechtsstaatlichen Mitteln und in enger europäischer Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstaaten effektiv begrenzen.“ So seien an den deutschen Grenzen seit Beginn der verschärften Kontrollen im vergangenen Jahr bereits rund 50 000 Personen direkt zurückgewiesen worden.
Die Asyl- und Migrationspolitik ist ein Hauptstreitpunkt in den Sondierungen von CDU/CSU und SPD zur Bildung einer neuen Bundesregierung. Die Gespräche werden, so verlautete in Berlin, auch während des Wochenendes fortgesetzt. Die Union fordert generelle Zurückweisungen an den deutschen Grenzen auch mit Blick auf Asylbewerber. Die Sozialdemokraten lehnen das mit Verweis auf das Recht auf Asyl und europäisches Recht ab.