Drei Tage nach seinem Wahlsieg betritt der CDU-Vorsitzende und voraussichtliche künftige Bundeskanzler Friedrich Merz die internationale Bühne: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron empfängt ihn am Mittwoch zum Abendessen in Paris. Macron bindet seinen künftigen deutschen Ansprechpartner damit offenbar auch frühzeitig in die laufende Krisendiplomatie ein.
Noch am Morgen hatte er die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten in einer Videokonferenz über seine jüngsten Gespräche mit US-Präsident Donald Trump unterrichtet. In Washington hatte Macron für die Einbindung Europas in mögliche Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine plädiert.
Merz hat wiederholt seinen guten Draht zu Macron betont, von dem er im Dezember 2023 im Élysée-Palast empfangen worden war. Nach seiner Wahl zum Kanzler will Merz seine ersten Reisen nach Frankreich und Polen unternehmen.
Das Verhältnis von Kanzler Olaf Scholz und Macron gilt als eher kühl. Noch vor Bekanntwerden der Reisepläne hatte Regierungssprecher Steffen Hebestreit klargestellt, dass bis zur Wahl eines neuen Bundeskanzlers das Amt allein von Scholz ausgeübt und es auch keine gemeinsamen Reisen etwa zu EU-Gipfeln geben werde. „Es gibt kein Regierungspraktikum, und es gibt auch kein An-die-Hand-Nehmen. Regierungswechsel sind in Demokratien sehr üblich“, sagte er.