Es gibt wieder eine deutsche Gesamtweltcupsiegerin. Franziska Preuß gewann in einem Herzschlagfinale die große Kristallkugel und profitierte von einem Sturz ihrer Konkurrentin Lou Jeanmonnot. Bei den deutschen Männern war die Saison eine große Enttäuschung. Bis auf zwei Podestplätze von Philipp Nawrath gab es wenig Grund zum Jubeln.
Auch Norwegen musste eine bittere Nachricht verdauen: Der Überflieger Johannes Thingnes Bö hat seine Karriere beendet - gemeinsam mit seinem Bruder Tarjei. Die große Kristallkugel sicherte sich Bös Landsmann Sturla Holm Laegreid.

Biathletin Franziska Preuß
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Sturz, Tränen und schließlich der ganz große Triumph
Hochklassiger kann ein Saisonfinale kaum laufen: Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot liefern bis zur Schlussrunde ein Drama um den Gesamtsieg. Am Ende weint Preuß – vor Erleichterung.
Alle Ergebnisse finden Sie in diesem Weltcup-Kalender zur Biathlon-Saison 2024/25 sowie in unserem Datencenter.
30. November bis 08. Dezember 2024: Kontiolahti (Finnland)
Wieder beginnt die Biathlon-Saison in Skandinavien und wieder geht der Auftakt über zwei Wochenenden: dieses Jahr im finnischen Kontiolahti statt im schwedischen Östersund. Den Auftakt machten die Single Mixed Staffel (Sieg ging an Schweden, guter Dritter Platz für Deutschland) und Mixed Staffel (Sieg ging an Norwegen, deutlicher Rückstand für Deutschland auf Platz 4). Die Männer-Staffel gewann Frankreich, Schweden bei den Frauen. Beim Einzel-Wettbewerb, der nur über 15 Kilometer ging, freute sich Endre Strømsheim über den zweiten Weltcup-Sieg in seiner Karriere. Beim Einzel der Frauen über 12,5 Kilometer war die Französin Lou Jeanmonnot die Schnellste.
In den Sprint-Rennen überzeugte Èmilien Jacquelin, der vor Sebastian Samuelsson gewann. Philipp Nawrath wurde Dritter und war damit bester Deutscher. Bei den Frauen verpasste Franziska Preuß beim Sieg von Marketa Davidová um 0,1 Sekunden das Podest. Dort standen Elvira Öberg und Suvi Minkinninen.

Biathletin Julia Tannheimer
:Eine wie Magdalena Neuner?
Der Weg der 19-jährigen Julia Tannheimer lässt Parallelen zur Karriere der Ausnahme-Biathletin erahnen. Warum das deutsche Biathlon-Publikum gespannt sein darf.
Am Sonntag jubelten Eric Perrot und Elvira Öberg bei den Massenstarts. Drei Deutsche tummelten sich unter den besten Fünf: Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Julia Tannheimer präsentierte eine famose Leistung. Bei den Männern verpasste Danilo Riethmüller sein erstes Weltcup-Podest um wenige Sekunden. Er landete hinter Quentin Fillon Maillet und Sturla Holm Laegreid auf dem vierten Platz.

Deutsches Biathlon-Team
:Wie nach einer Saloon-Schießerei
Unter dem Nachthimmel von Kontiolahti läuft es für den Großteil der deutschen Biathleten unrund. Das Trefferbild der DSV-Männer erinnert an den Wilden Westen – aber bei den Frauen gibt es hoffnungsvolle Signale.
13. bis 15. Dezember 2024: Hochfilzen (Österreich)
Nach Schweden folgt traditionell der Weltcup in Österreich. Und dort hat Franziska Preuß ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Deutsche gewann im Sprint - trotz eines Fehlers vor der Französin Sophie Chauveau. Platz 3 belegte Karoline Offigstad Knotten (Norwegen). Die 19-jährige Selina Grotian sprintete auf Rang 5. Bei den Männern schoss Johannes Thingnes Bø einen Fehler und gewann trotzdem, sein erster Sieg in diesem Winter. Hinter ihm landeten Sturla Holm Laegreid (Norwegen) und Fabien Claude (Frankreich). Philipp Nawrath blieb fehlerlos, musste aber auf der Strecke Federn lassen und kam als Achter ins Ziel. Insgesamt waren mal wieder fünf Norweger unter den besten Sieben.
Bei den Verfolgungs-Rennen schafften es zwei Deutsche aufs Podest: Vanessa Voigt und Franziska Preuß kamen hinter Lou Jeanmonnot ins Ziel. Nawrath konnte seinen 8. Platz halten. Es gewann wieder Johannes Thingnes Bø. In der Staffel zeigten die deutschen Frauen eine traumhafte Leistung und gewannen deutlich vor Frankreich (eine Minute Vorsprung). Die Männer leisteten sich eine Strafrunde und kamen nur auf Platz 5. Es gewannen die Franzosen vor Norwegen.

Biathlon
:Endlich in Gelb auf die Strecke
Franziska Preuß gewinnt den Sprint von Hochfilzen und übernimmt die Führung im Gesamtweltcup. Auch eine junge Teamkollegin zeigt ein starkes Rennen. Warum läuft es für die deutschen Biathletinnen so gut?
19. bis 22. Dezember 2024: Annecy-Le Grand Bornand (Frankreich)
Wieder im Weltcup-Kalender steht Annecy-Le Grand Bornand. Nach einem Jahr Pause kehrt der Biathlon-Zirkus damit nach Frankreich zurück. Wie auch schon 2022 werden insgesamt sechs Rennen ausgetragen: je zwei Sprints, zwei Verfolgungen und zwei Massenstarts. Den Männer-Sprint entschied Martin Uldal für sich (erster Weltcup-Sieg im fünften Rennen), der Johannes Thingnes Bø mit 1,4 Sekunden hinter sich ließ. Philipp Horn machte sein bestes Rennen der bisherigen Saison und verpasste als Vierter das Podest. Bei den Frauen verteidigte Franziska Preuß das Gelbe Trikot. Sie wurde beim Sieg von Justine Braisaz-Bouchet Zweite - mit einem Rückstand von 1,4 Sekunden. Selina Grotian (5.) und Vanessa Voigt (6.) komplettierten das sehr gute deutsche Gesamtergebnis.
Bei der Verfolgung beim Massenstart zeigten die Bø-Brüder ihr ganzes Können. Erst siegte Johannes Thingnes im Verfolger, dann Tarjei im Massenstart. Bei den Frauen gab es hingegen zwei deutsche Siege. Franziska Preuß jubelte in der Verfolgung, Selina Grotian beim Massenstart.

Exklusiv Magdalena Neuner im Interview
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09. bis 12. Januar 2025: Oberhof (Deutschland)
Nach der Weihnachtspause freuen sich die deutschen Fans auf zwei Heim-Wettbewerbe. Am Rennsteig in Oberhof sorgten windige und regnerische Bedingungen für ein kurioses Endergebnis. Auf dem Podium standen Paula Botet, Maren Kirkeeide und Milena Todorova. Weltcup-Führende Franziska Preuß wurde mit drei Fehlern nur 28. Julia Tannheimer und Selina Grotian schafften es als Neunte und Zehnte unter den besten Zehn.
Bei den Männern gewann ebenfalls ein Franzose. Quentin Fillon Maillet stand mit den Landsmännern Fabien Claude und Émilien Jacquelin auf dem Podest. Enttäuschend verlief der Heim-Weltcupauftakt für die deutschen Männer. Keiner kam unter die besten Fünfzehn.
Das Verfolgungsrennen wurde dann eine rein norwegische Angelegenheit. Sturla Holm Laegreid siegte vor den Bö-Brüdern. Erst dann folgte der Sprint-Sieger Fillon Maillet. Philipp Nawrath und Justus Strelow (16. und 17.) waren die besten Deutschen.
Bei den Frauen schaffte es Selina Grotian beim Sieg von Lou Jeanmonnot auf den fünften Platz. Bei den Mixed-Staffeln gab es eine riesige Überraschung. In der Single-Variante gewann Finnland vor Frankreich und Deutschland. In der normalen Variante holte Schweden den Sieg vor Norwegen und Frankreich.

Biathlon in Oberhof
:Eine späte Erlösung
Während Frankreichs Biathleten beim Weltcup in Thüringen Festspiele feiern, kämpfen die deutschen Männer mit großen Defiziten. Erst die Mixed-Staffeln bringen eine kleine Befreiung.
15. bis 19. Januar 2025: Ruhpolding (Deutschland)
Nach Oberhof geht es weiter ins bayerische Ruhpolding. Anders als 2024 finden in dieser Saison zwei Einzel-Rennen und zwei Massenstarts statt. Bei den Männern war Vebjørn Sørum nach 20 Kilometern der Schnellste. Für die deutschen Starter lief es weniger gut. Justus Strelow auf Platz 11 war der Beste. Anders bei den Frauen: Franziska Preuß lief auf Platz zwei und leistete sich nur einen Fehler. Es gewann die fehlerfreie Lou Jeanmonnot.
Die Franzosen gewannen souverän die Männer-Staffel vor Schweden. Philipp Nawrath sicherte Deutschland mit Zittern beim letzten Schießen das erste Podest für die deutschen Männer in dieser Staffel. Bei den Frauen gewannen die Deutschen zu Hause.
Beim abschließenden Massenstart holte Tommaso Giacomel seinen ersten Biathlon-Weltcup-Sieg. Bei den Frauen siegte Elvira Öberg - vor Franziska Preuß.
23. bis 26. Januar 2025: Antholz-Anterselva (Italien)
Vor der Weltmeisterschaft findet meistens der Weltcup in Antholz-Anterselva statt. In der italienischen Höhe, 1600 Meter über dem Meeresspiegel, kämpfen viele Athletinnen und Athleten mit den besonderen Bedingungen. In diesem Winter fanden Sprint- und Verfolgungs-Wettbewerbe und normale Staffel-Rennen statt. Den Sprint der Frauen gewann Lou Jeanmonnot vor zwei deutschen Frauen: Selina Grotian und Franziska Preuß standen auf dem Podest. Im Verfolgungsrennen schob sich noch Julia Simon vor Preuß, Grotian wurde Sechste. In der Staffel - ohne Preuß und Grotian - war nicht mehr als Platz 8 drin, sogar noch hinter Estland.
Bei den Männern siegte Tarjei Bö vor seinem Landsmann Sturla Holm Laegreid. Giacomel Tommaso schaffte es beim Heim-Weltcup beim Sprint und im Verfolgungsrennen aufs Podest. Im Verfolgungsrennen tauschten Laegreid und Bö die Positionen. Für die deutschen Männer war es zum Vergessen, die Staffel landete auf dem siebten Platz, auch sonst gab es keine Top-Zehn-Platzierung.

Zehn Jahre verspätetes Biathlon-Gold
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Wegen eines russischen Dopingfalls wird Daniel Böhm im Alter von 38 Jahren nachträglich zum Olympiasieger von Sotschi erklärt. Den ehemaligen Biathleten kennen heute nur noch Insider – ob die Goldmedaille 2014 sein Leben verändert hätte? Ein Anruf.
Biathlon-WM vom 12. bis 23. Februar 2025 in Lenzerheide (Schweiz)
2023 war Lenzerheide erstmals im Weltcup-Programm und der Testlauf für die Weltmeisterschaft 2025 lief gut. Es wurde eine Machtdemonstration von Frankreich. Die Französinnen und Franzosen holten die meisten Goldmedaillen und waren bis auf wenige Ausnahmen unschlagbar. Einzig Johannes Thingnes Bö und die Norweger schafften einzige Spitzen. Für Deutschland war Franziska Preuß die Medaillengarantie, sie holte vier der fünf Medaillen.

Meinung Biathlon-WM
:
Die Deutschen müssten viel mehr aus ihren Möglichkeiten machen
06. bis 09. März 2025: Nove Mesto na Morave (Tschechien)
Mit nur einer Woche Verschnaufpause folgten sechs Rennen im tschechischen Nove Mesto na Morave, dem WM-Ort von 2024. Den ersten Sieg landete Emilien Jacquelin im Sprint der Männer. Der Franzose war 20 Sekunden schneller im Ziel als Tommaso Giacomel (Italien) und Johannes Thingnes Bö (Norwegen). Bei den Frauen war die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold am schnellsten. Sie verwies die Französinnen Justine Braisaz-Bouchet und Julia Simon auf die weiteren Plätze.
Im Verfolgungsrennen jubelte Sebastian Samuelsson (Schweden) über ein fehlerfreien Wettbewerb und seinen ersten Weltcupsieg in diesem Winter. Giacomel war wie im Sprint Zweiter, Bö wurde wieder Dritter. Bei den Frauen lief Julia Simon von Platz 3 auf 1. Hanna Öberg (Schweden) und Oceane Michelon (Frankreich) komplettierten das Podest. Selina Grotian wurde gute Fünfte.
Bei den Staffeln blieb Frankreich ungeschlagen. Die Männer hatten über 1,5 Minuten Vorsprung vor Norwegen. Ukraine (3. Platz) kam 2:45 Minuten später ins Ziel. Deutschland wurde Vierter. Die Französinnen hatten stärkere Konkurrenz. Bei ihrem Erfolg waren es trotzdem 25 Sekunden Vorsprung vor Norwegen. Die deutschen Frauen - ohne Franziska Preuß - waren am Ende Dritter.
13. bis 16. März 2025: Pokljuka (Slowenien)
Das vorletzte Rennen des Winters findet in Pokljuka statt. Slowenien kehrt nach einem Jahr Pause wieder zurück in den Weltcup-Kalender. Den verkürzten Einzel-Wettbewerb gewann Julia Simon (Frankreich) vor Hanna Öberg (Schweden). Franziska Preuß wurde Dritte und baute ihren Vorsprung im Gelben Trikot ein wenig aus.
Einen Heimsieg feierte Jakov Fak. Der 37-jährige Slowene schoss fehlerfrei und blieb damit vor Sturla Holm Laegreid (Norwegen), der wieder das Gelbe Trikot übernimmt, und Martin Ponsiluoma (Schweden). Bester Deutscher war Justus Strelow mit Platz 7.
Im Massenstart feierte Lou Jeanmonnot ihren siebten Sieg in dieser Saison und rückte Franziska Preuß, die Fünfte wurde, im Gesamtweltcup sehr nah. Maria Todorova (Bulgarien) und Alexandra Lampic (Slowakei) standen überraschend ebenfalls auf dem Podest. Mit Eric Perrot und Quentin Fillon Maillet waren bei den Männern zwei Franzosen vorn. Sturla Holm Laegreid (Norwegen) wurde Dritter, baute seinen Vorsprung auf den krank fehlenden Johannes Thingnes Bö im Gesamtweltcup aus.
Bei den Mixed Staffeln feierten die Schweizer einen riesigen Erfolg in der Single-Version. Sie siegten knapp vor Schweden und Finnland. Die Schweden gewannen die normale Ausgabe vor Frankreich und Norwegen. Deutschland landete beide Male auf Platz 6.
21. bis 23. März 2025: Oslo Holmenkollen (Norwegen)
Am Holmenkollen in Oslo wurden 2025 die Disziplin-Wertungen und der Gesamtweltcup entschieden. Bei den Frauen sicherte sich in einem Herzschlagfinale Franziska Preuß den letzten Sieg der Saison - und damit auch die große Kristallkugel. Sie gewann zudem den Sprint, den Verfolger holte ihre ärgste Konkurrentin Lou Jeanmonnot (Frankreich).
Bei den Männern siegte Johannes Thingnes Bö ein letztes Mal in seiner Karriere. Nach dem Sprint-Erfolg konterte sein Kontrahent Sturla Holm Laegreid mit dem Sieg im Verfolger - und damit auch dem Sieg des Gesamtweltcups. Den Massenstart holte sich der Schwede Sebastian Samuelsson.