Martin Hermannsson wollte die bittere 80:84-Niederlage gegen Würzburg am Sonntagabend am liebsten sofort abhaken. „Die Show geht weiter“, sagte Albas Berlins isländischer Kapitän. „In 48 Stunden spielen wir schon wieder in Belgrad.“
Ganz so einfach ließ sich die spektakuläre Schlussphase gegen die Franken aber nicht abschütteln. Weniger als zwei Minuten vor Schluss hatte Alba mit sieben Punkten geführt und der Sieg im Duell mit dem Tabellennachbarn war ganz nah.
Die Berliner hätten in dieser schwierigen Saison erstmals mehr Siege als Niederlagen auf dem Konto gehabt und wären in der Basketball-Bundesliga auf Platz acht geklettert. Es wäre die Fortsetzung des Aufwärtstrends der vergangenen Wochen gewesen.

© IMAGO/Tilo Wiedensohler
Dass all diese Hoffnungen im Konjunktiv blieben, hatte mit Würzburgs Jhivvan Jackson zu tun, der die letzten elf Punkte des Spiels im Alleingang erzielte. Aber auch mit „blöden Fehlern“ von Alba, wie Jonas Mattisseck sagte, die den Franken erst die Möglichkeit zur Aufholjagd gaben. Am Ende standen die Berliner nach einer vergebenen Chance im Rennen um die Play-off-Teilnahme mal wieder zerknirscht da und sind mit elf Siegen und zwölf Niederlagen nur noch 13. in der Tabelle.
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Albas BBL-Restprogramm
- 31. März, 20 Uhr: in Heidelberg (Platz 4, 13 Siege - 9 Niederlagen)
- 6. April, 15 Uhr: gegen Vechta (Platz 6, 14-10)
- 13. April, 18 Uhr: in Ludwigsburg (Platz 10, 11-12)
- 16. April, 20 Uhr: gegen Bonn (Platz 12, 11-12)
- 20. April, 18 Uhr: gegen Frankfurt (Platz 16, 6-16)
- 23. April, 20 Uhr: in Würzburg (Platz 9, 12-11)
- 27. April, 16.30 Uhr: in Chemnitz (Platz 3, 13-9)
- 30. April, 18.30 Uhr: gegen MBC (Platz 7, 12-11)
- 8. Mai, 18.30 Uhr: gegen Göttingen (Platz 17, 1-22)
Mattisseck beteuerte nach dem Spiel, dass er „seit vier Monaten nicht mehr auf die Tabelle geguckt“ habe. „Ich weiß, dass es eng ist. Wie die Platzierungen für die Play-ins sind, können wir uns zwei Spieltage vor Schluss anschauen.“ Doch natürlich ist den Berlinern bewusst, dass ihnen langsam die Zeit davon läuft.
Mit sechs Siegen aus den letzten zehn Ligaspielen haben sie sich zwar in Schlagdistanz zu den Plätzen sieben bis zehn gebracht, den entscheidenden Schritt in die Play-in-Zone hat das Team aber bereits mehrfach verpasst. „Das ist hart“, sagte Hermannsson und bemühte sich um etwas Optimismus. „Ich habe das Gefühl, wir haben uns in den letzten Spielen deutlich verbessert. Wenn wir so weitermachen, wird die Saison gut weitergehen.“
Nach dem Trainerwechsel von Israel Gonzalez zu Pedro Calles hatte Alba zwei Spiele in überzeugender Art und Weise gewonnen. Am vergangenen Freitag schnupperte die Mannschaft an einem sensationellen Auswärtssieg bei Euroleague-Titelverteidiger Panathinaikos Athen, am Ende hieß es nach zwischenzeitlicher Führung 81:91. Die Niederlage gegen Würzburg ist der erste kleine Rückschlag und kommt in einer heiklen Phase der Saison.
Am Dienstag (20.45 Uhr, Magentasport) ist Alba bei Partizan Belgrad zu Gast, am Freitag (20 Uhr) folgt ein Heimspiel gegen Virtus Bologna, bevor es am kommenden Montag (20 Uhr) in Heidelberg erneut gegen einen Konkurrenten um die Play-offs geht.
Das Programm ist brutal und gerade nach solchen Wochen mit zwei Euroleague-Begegnungen und vielen Reisekilometern hat Alba in dieser Saison viele Niederlagen in der Bundesliga kassiert. Nur kann sich die Mannschaft solche Ausrutscher bei aller verständlichen Belastung nicht mehr erlauben. Neun Spiele haben die Berliner in der BBL noch, um den größten anzunehmenden Unfall zu verhindern: das erstmalige Verpassen der Play-offs in mehr als 30 Jahren Vereinsgeschichte.