Den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, sagt Taskin Akkay, „das ist mittlerweile ein Kunststück“. Jetzt aber sind dem Fußball-Regionalligisten Türkgücü München beim Jonglieren dann doch einmal die Bälle runtergefallen: Das für den kommenden Samstag angesetzte Spiel gegen den FC Schweinfurt musste abgesagt werden, weil kein Stadion zur Verfügung steht. Mitten im Abstiegskampf gibt der Münchner Verein damit eine Chance auf drei Punkte her, gleichzeitig können sich die Schweinfurter, die schon ein Hotel gebucht hatten, zumindest über kampflose drei Zähler im Kampf um den Aufstieg freuen.
Türkgücüs Problem ist an sich nicht neu: Ständig pendelt die Mannschaft zwischen Grünwalder Stadion, Dantestadion und der Anlage des SV Heimstetten, weil die Heimat, eine Bezirkssportanlage, nicht viertligatauglich ist. Allerdings hätte Türkgücü in Heimstetten spielen können – wenn man sich rechtzeitig darum gekümmert hätte. Dass an diesem Wochenende Platznot herrschen würde, hätte Türkgücü schon vor Monaten wissen können: Im Grünwalder Stadion finden gleich zwei Spiele statt, der SV Heimstetten hat ein Heimspiel, das Dantestadion steht für Hochrisiko-Spiele (das Schweinfurt-Spiel gehört dazu) nicht zur Verfügung.
SVH-Vorstand Jürgen Fritschi erklärt auf Nachfrage, Türkgücü bereits am 5. Februar darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass das Stadion an dem Samstag nicht zur Verfügung steht. Erst Ende Februar schrieb Türkgücü nach SZ-Informationen eine E-Mail an die Stadt München, dass man doch ein Anrecht habe, im Grünwalder Stadion zu spielen – offensichtlich drängte jetzt die Zeit. Die Kommunikation in dieser Angelegenheit hatte für Türkgücü übrigens Uli Bergmann übernommen. Der ehemalige Funktionär des FC Pipinsried und des SC Oberweikertshofen arbeitet schon seit mehreren Wochen für Türkgücü, wurde aber nie offiziell vorgestellt.

Fußball-Regionalliga
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Ein Schiedsrichter, der ein Zwölf-Punkte-Spiel pfeift
Der Rechtsstreit um die Regelverstöße von Schwaben Augsburg geht weiter: Die betroffenen Vereine werden das BFV-Schiedsgericht anrufen. Dieses ist am Oberlandesgericht Nürnberg angesiedelt – wo der Zuständige erst einmal gefunden werden musste.
Auch für den FC Schweinfurt war er zuletzt der Ansprechpartner gewesen. Etwa bei der Frage, ob das Spiel am Sonntag in Heimstetten stattfinden könne. Hier hätte Schweinfurt dann auch noch eingewilligt. Letztlich gescheitert ist Türkgücü vor allem damit, dass der Klub in Heimstetten nicht den vollen Mietpreis bezahlen wollte. Hoch ist die Miete dort zweifellos, doch sie war schon vor der Saison vertraglich festgelegt, von Türkgücü also auch unterschrieben worden. Am Donnerstag um 16 Uhr schickte Türkgücü eine Nachricht nach Heimstetten, dass man nun also am Samstag bei ihnen spielen wolle, allerdings weiterhin nicht für den vereinbarten Mietpreis; das hätte für Heimstetten bedeutet, kurzfristig auch alle Spiele auf den Nebenplätzen abzusagen. Um 17 Uhr endete die Deadline des Verbands.
Auf die Frage, wie ärgerlich es nun sei, keine Chance auf drei Punkte zu haben, antwortet Akkay auf Nachfrage: „Im Fußball ist alles möglich. Ich möchte abwarten, was der Verband an Konsequenzen anbietet.“ Er hofft also auf ein Nachholspiel. Unterdessen soll eine Nachfrage des SV Heimstetten, ob Türkgücü seine Anlage für das Heimspiel gegen Wacker Burghausen am Ostersamstag oder am Gründonnerstag benötige, bis Freitag auch noch unbeantwortet gewesen sein.