Trainer Heiko Herrlich nennt es schon selbst „ein Wunder“, wenn der SpVgg Unterhaching noch der Ligaverbleib gelingen würde. Vor so einem Spiel wie beim TSV 1860 München (Samstag, 16.30 Uhr, Grünwalder Stadion) versucht er, sich „freizumachen von der Tabellensituation“. Sechzigs Trainer Patrick Glöckner findet die Tabellensituation völlig unerheblich, „das Spiel hat eher einen Pokalcharakter“. Das ist insofern richtig, als es Finalcharakter bekommen könnte: Wenn Haching absteigt und die Löwen die Liga halten, könnte es für eine Weile das letzte Derby gewesen sein.
Die Löwen haben schon seit drei Spielen nicht mehr verloren und einen kleinen Abstand zu den Abstiegsrängen aufgebaut, das 0:0 bei Wehen Wiesbaden war zwar langweilig, doch die Mannschaft scheint gerade dabei zu sein, so etwas wie Stabilität ins Spiel zu integrieren. Über Szenen wie jene, in der Anderson Lucoqui in der zweiten Halbzeit zusammenbrach, sich übergab und dann weiterspielte, sagt Glöckner: „So etwas wollen wir sehen.“ Obendrein haben die Sechziger noch eine Rechnung offen mit den Hachingern. Das Hinspiel endete 2:2, im Toto-Pokal konnte Haching auf Giesings Höhen überraschend 3:1 gewinnen. Bei den Hachingern ist Simon Skarlatidis gesperrt, bei Sechzig fehlt Max Reinthaler erkrankt.