Mit letzter Kraft schleppte sich Vinzenz Geiger zu Bronze. Im Ziel feierte Super-Kombinierer Jarl Magnus Riiber da schon lange mit norwegischer Flagge seinen dritten WM-Titel von Trondheim.
Geiger hat seine vierte Medaille bei den Weltmeisterschaften in der Nordischen Kombination gewonnen. Der 27-Jährige freute sich nach einer starken Langlauf-Leistung über Bronze. Geiger musste sich im abschließenden Wettkampf nur dem erneut souveränen norwegischen Sieger Riiber und dessen Landsmann Jörgen Graabak geschlagen geben.
„Vier Starts, vier Medaillen: Das ist verrückt“, sagte Geiger. „Es war eine spezielle Woche.“ Am Freitag hatte Geiger bereits Gold mit der Mannschaft gewonnen. Zudem nimmt Geiger Silber aus dem Mixed-Team und Bronze vom ersten Einzel aus Norwegen mit nach Hause. Er war damit an allen vier Medaillen des deutschen Teams beteiligt. Bei der vergangenen WM hatte es viermal Silber für Deutschland gegeben.
Der Kampf um Gold war bereits nach dem Skispringen von der Großschanze entschieden. Riiber startete nach einem Satz auf 139 Meter mit einem Vorsprung von 1:14 Minuten auf Rang zwei ins zehn Kilometer lange Langlaufrennen. So ging es nur noch um die weiteren Podestplätze.
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Gleich sechs Sportler lieferten sich ein packendes Rennen – auch, weil der mit großem Rückstand als Neunter ins Rennen gegangene Geiger famos aufschloss. Er setzte sich unter anderem gegen seinen Oberstdorfer Teamkollegen Julian Schmid durch, der Sechster wurde.
Es gibt keine Diskussionen, er ist der Beste aller Zeiten.
Vinzenz Geiger über Jarl Magnus Riiber
Während Geiger bis zum letzten Meter alles aus sich herausholte, genoss Riiber die letzte Show seiner WM-Abschiedstournee. Schon vor der Abfahrt ins prall gefühlte Stadion im Granasen Skisenter nahm er die Fahne seiner Heimat entgegen und ließ sich feiern.
Wegen einer chronischen Darmerkrankung beendet der 27-Jährige nach dieser Saison seine Karriere. Die Nordische Kombination verliert damit seinen prägendsten Athleten der vergangenen Jahre. „Es gibt keine Diskussionen, er ist der Beste aller Zeiten“, hatte Olympiasieger Geiger zuletzt gesagt.

© Imago/Lehtikuva
Am späten Nachmittag blieben die deutschen Spezialspringer von der Großschanze ohne Medaille. Philipp Raimund wurde beim Sieg des Slowenen Domen Prevc Siebter. Andreas Wellinger, der auf der kleinen Schanze noch Silber geholt hatte, belegte Rang zehn. Silber ging an den Norwegen Mariuis Lindvik, Jan Hörl aus Österreich wurde Dritter.
Zuvor hatte schon Norwegens Langlauf-Star Johannes Kläbo vor beeindruckender Kulisse Geschichte geschrieben und seinen sechsten WM-Titel im sechsten Rennen geholt. Der 28 Jahre alte Norweger hängte über 50 Kilometer in der freien Technik den Schweden William Poromaa auf der Zielgeraden ab und fuhr unter lautem Jubel seiner Fans lässig über die Ziellinie. Bronze sicherte sich Kläbos Landsmann Simen Hegstad Krüger.
In der Geschichte ist Kläbo der erste Langläufer, der sechs Goldmedaillen bei einer WM gewinnt. Der Ausnahmesportler gewann vor dem Klassiker bei strahlendem Sonnenschein auch den Skiathlon, den Sprint sowie die zehn Kilometer. Im Teamsprint sowie in der Staffel gab es an Norwegen ohnehin kein Vorbeikommen. Insgesamt hat Kläbo nun 15 WM-Titel.
Zehntausende Fans waren an die Strecke gepilgert, um die Königsdisziplin des Langlauf-Sports zu sehen und zu zelebrieren. Teilweise bauten die Anhänger ihre Zelte mitten im Wald auf. Neben zahlreichen Pyrofackeln wurden vereinzelt auch Silvesterraketen gezündet. Hunderte Fans grillten Würste über offenem Feuer.
Kläbo hielt sich lange hinter seinen Landsleuten und schonte somit Kräfte vor dem Endspurt, den er souverän gewann. Besonders bitter lief das Rennen für Kläbos Teamkollegen Martin Löwström Nyenget, der in Führung liegend bei einer Abfahrt stürzte und sich so in der Schlussrunde um jegliche Goldchance brachte.
Bester deutscher Athlet war Friedrich Moch auf Rang 15. Florian Notz und Jan Stölben lagen über zehn Minuten zurück und hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. (dpa)