Nach dem Tod des US-Schauspielers und zweifachen Oscar-Preisträgers Gene Hackman und seiner Ehefrau Betsy Arakawa geht die Suche nach der Todesursache weiter. Die Leichen der beiden seien am Mittwoch in ihrem Anwesen in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico gefunden worden - und zwar in verschiedenen Zimmern, sagte der zuständige Sheriff Adan Mendoza der New York Times. Auch ein Hund sei tot in einem Zwinger aufgefunden worden, zwei weitere Hunde seien lebendig entdeckt worden.
Zuvor hatte sich den Angaben zufolge ein Nachbar bei den Behörden gemeldet, der besorgt um das Wohlergehen der beiden war. Vertreter der Behörden schauten daraufhin bei dem Haus vorbei und entdeckten die Leichen.
Die Eingangstür sei leicht geöffnet gewesen, hieß es in einem Durchsuchungsbefehl der Sheriffsbehörde. Arakawas Leiche sei auf dem Boden eines Badezimmers entdeckt worden. In ihrer Nähe seien ein Raumheizungsgerät und ein Behältnis mit Tabletten gefunden worden. Die Leiche Hackmans sei in einem Eingangsbereich gefunden worden. Die Umstände seien „verdächtig genug“, um eine ausführliche Durchsuchung und eine Untersuchung zu rechtfertigen, hieß es. Offensichtliche Hinweise auf ein Verbrechen gebe es nicht, eine Botschaft der beiden sei auch nicht entdeckt worden, sagte Sheriff Adan Mendoza der New York Times. „Zu diesem Zeitpunkt in dem Prozess gibt es nichts derart Offensichtliches. Die Autopsie wird uns mehr mitteilen. Wir werden nicht raten, ob es ein Unfall war oder natürliche Ursachen hatte. Es war nicht typisch.“
Vor dem Betreten des Hauses hätten Feuerwehr und Gasversorger den Behörden bestätigt, dass es sicher sei, das Anwesen zu betreten, sagte Sheriff Mendoza. Die New Mexico Gas Company sei der Versorger des Anwesens gewesen und unterstütze nun die Ermittlungen der Sheriffsbehörde, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Seine erste größere Rolle spielte Hackman 1964 in dem Film „Lilith“ mit Warren Beatty, der ihn drei Jahre später für „Bonnie and Clyde“ engagierte. Als Clydes Gangster-Bruder erhielt Hackman seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller.
Nach seinem Durchbruch als oscarprämierter Hauptdarsteller mit „French Connection“ (1971) ging es mit der Karriere rasch bergauf. In „Scarecrow“ spielt er einen Landstreicher, in „The Conversation“ („Der Dialog“) einen paranoiden Abhörspezialisten. Mit Kassenknüllern wie der John-Grisham-Verfilmung „Die Firma“ und „Crimson Tide“ schaffte er es auf Hollywoods A-Liste. Bekannt ist er auch aus Filmen wie „Erbarmungslos“ und „Die Royal Tenenbaums“.
Aus Hollywood hatte der Charakterdarsteller sich jedoch schon vor Jahrzehnten zurückgezogen. Mit knapp 75 Jahren ging er in den Ruhestand. Er schrieb aber Bücher, etwa den Bürgerkriegsroman „Escape from Andersonville“ (2008) und den Polizeithriller „Pursuit“ (2013). Mit seiner zweiten Frau Betsy Arakawa lebte er fernab von der Traumfabrik, im ländlichen Santa Fe.