Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der italienischen Großbank Unicredit einem Insider zufolge wohl den Einstieg bei der Commerzbank genehmigen. Die bei der EZB angesiedelte Bankenaufsicht werde ihre Prüfung zu den Auswirkungen der Übernahme von 29,9 Prozent an der Commerzbank durch Unicredit Anfang März beenden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Das jüngste Briefing zu der Transaktion sei positiv ausgefallen. Die EZB wollte die Angaben nicht kommentieren. Unicredit war im September mit neun Prozent bei der Commerzbank eingestiegen und hat sich über Derivate inzwischen Zugriff auf fast ein Drittel der Anteile gesichert. Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für eine komplette Übernahme der Commerzbank, doch diese beharrt auf ihrer Eigenständigkeit und wertet das Vorgehen des Mailänder Instituts als feindlich. Orcel hatte bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz Mitte Februar erklärt, dass Unicredit vor weiteren Schritten – etwa einem Übernahmeangebot – erst Gespräche mit der neuen Bundesregierung abwarten wolle. Auch das Bundeskartellamt prüft den Einstieg der Unicredit. Das Mailänder Geldhaus meldete die Übernahme eines Minderheitsanteils beim Kartellamt zur Prüfung an, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch.
Orcel hatte aber versprochen, er werde die Übernahme nicht gegen den Widerstand der neuen Bundesregierung durchsetzen. Der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich im Herbst deutlich gegen die Übernahme positioniert, genauso wie der amtierende Kanzler Olaf Scholz (SPD). Im Interview mit dem britischen Magazin Economist wiederholte Merz Anfang Februar seine Haltung und sagte, er lehne die „extrem unfreundliche“ Übernahme ab. Ähnlich soll er sich bei einem Abendessen in Davos auf Einladung der US-Vermögensverwaltung Blackrock geäußert haben.