Es gab ja nicht nur die Weimarer Klassik. Auch in Berlin herrschte an der Wende zum 19. Jahrhundert ein äußerst kreatives Klima. In den Salons wurden Ideen der Aufklärung diskutiert, musikbegeisterte Bürger versammelten sich in der Sing-Akademie, die Wissenschaften blühten, und Architekten wie Karl Friedrich Schinkel schufen richtungsweisende Bauten.
Schinkel war auch in Neuhardenberg aktiv, wo er unter anderem für die Dorfkirche jenen gestirnten Himmel entwarf, den er später auch als „Zauberflöten“-Bühnenbild im Opernhaus Unter den Linden wiederverwenden sollte. Peter Joseph Lenné gestaltete den Schlosspark, und auch der Schlossherr selbst gehörte als Verwaltungsreformer zu den führenden Köpfen der preußischen Hauptstadt.
Geistige Anbindung an Berlin
Mit der Ausstellung „Aufbruch“ wird ab dem 29. März auf Schloss Neuhardenberg der Berliner Klassizismus gefeiert. Dann startet auch das Veranstaltungsprogramm, das immer wieder Stars aus Schauspiel und Musik in den Oderbruch lockt - sehr zur Freude der kulturaffinen Menschen im östlichen Brandenburg wie auch der Berliner, die den herben Charme der Gegend zu schätzen wissen.
Zum Auftakt gedenken am 28. März Etta Scollo und Maria Schrader des 50. Todestags der Dichterin Mascha Kaléko. Tags darauf gibt es Erich Kästners Roman „Fabian“ als musikalisch-literarische Soiree. Der Berliner Klassik widmen sich Johanna Wokalek und Sylvester Groth mit ihrem Günter-de-Bruyn-Programm (17. Mai) und Klaus Maria Brandauer mit einem Jean-Paul-Abend (25. Juni).
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Beim sommerlichen Open-Air-Festival auf der Kastanienwiese hinter dem Schloss wird diesmal der Schauspieler Bill Murray zusammen mit dem Cellisten Jan Vogler zu erleben sein, außerdem der deutsche Popstar Clueso, Jazztrompeter Till Brönner oder auch der US-Sänger Curtis Stigers.
Für Lesungen sind unter anderen Sophie Rois und Martin Wuttke, Charly Hübner, Martina Gedeck und Robert Stadlober angekündigt. Außerdem gibt es beim kulinarischen Kino, kuratiert von Dieter Kosslick, „Julie & Julia“ mit Meryl Streep, sowie Diskussionsabende unter anderem mit dem Soziologen Steffen Mau und dem Psychologen Stephan Grünewald.