Am Donnerstag war es so weit: Der Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte ist wiedereröffnet worden. Seit Oktober 2022 wurde der Platz umgestaltet – nun ist er unter anderem barrierefrei und enthält weniger Stolperfallen.
Der Hashtag „Gendarmenmarkt“ schaffte es seitdem in die deutschlandweiten Trends der Plattform X. Wer vermutet, dass sich die meisten User über eine gelungene Neugestaltung des Platzes freuen, liegt falsch. Im Gegenteil: Viele Kommentare zeugen von Spott und Häme.
Gendarmenmarkt oder Betonvorgarten?
Der Journalist Jan Fleischhauer kommentierte ein Bild des neuen Gendarmenmarktes mit den Worten „Bäume sind overrated“. Dafür erntet er Zuspruch in Form von mehr als 400 „Gefällt mir“-Angaben.
Moderator Micky Beisenherz postete ein Meme, das den Platz mit einem kahlen Betonvorgarten vergleicht.
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Statt Häme setzten andere Nutzer auf gemäßigte Kritik. Besonders häufig kursiert ein Vergleich zwischen der neuen Optik des Gendarmenmarktes und seiner Gestaltung um das Jahr 1900 in den sozialen Medien. Markus Patzke kommentiert, man müsse „kein Grüner sein“, um den Gendarmenmarkt aus der Kaiserzeit menschlicher zu finden als den neugestalteten Platz .
Nachhaltigkeit wurde keineswegs vergessen
Ein anderer Nutzer kommentiert: „Grundsätzlich lesen sich die Ideen und Anpassungen (klimagerecht, barrierefrei etc.) ja toll“. Doch sei für ihn nicht ersichtlich, warum diese Änderungen nicht mit mehr Begrünung verbunden wurden.
Und es stimmt: Nachhaltigkeit wurde beim Umbau keineswegs vergessen. Ein dezentrales System sammelt Regenwasser auf, welches dann langsam wieder versickert. Von diesem Wassereintrag profitieren auch umliegende Pflanzen.
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Doch die Annahme liegt nahe, dass die wenigsten User die Projektbeschreibung des landeseigenen Stadtentwicklers „Grün Berlin“ gelesen haben. Daher überwiegt in ihrer Wahrnehmung wohl die Steinoptik.
Einige Nutzer können der Neugestaltung auch etwas Positives abgewinnen. „Trotz Steinwüste! Schön und fast erhebend war der erste Gang über den Gendarmenmarkt“, schreibt eine Nutzerin auf X. „Sieht ja ganz manierlich aus“, meint auch X-User Peter Neumann. „Allerdings gibt es jetzt deutlich weniger Bäume“, fügt er hinzu. Ohne ein einschränkendes „allerdings“ oder „aber“ lobt kaum ein Nutzer das neue Design des Gendarmenmarktes.
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In den sozialen Medien finden sich auch kreative Beiträge, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ein Beitrag des Künstlers Jan Kamensky auf Instagram zeigt, wie zahlreiche Bäumen aus dem Steinboden auf dem Gendarmenmarkt sprießen.
Doch solche Tagträume scheitern spätestens an der Realität des Denkmalschutzes. Bei der Neugestaltung sollte das historische Pflasterbild auf dem Gendarmenmarkt erhalten bleiben. Bei der Sanierung sei die „harmonische Verbindung von Klimaanpassung, Denkmalschutz und Stärkung der Wirtschaft“ gelungen, heißt es vom Stadtentwickler Grün Berlin in der Projektbeschreibung.