Digitalisierung kann Leben retten. Auch diese Einsicht können die Teilnehmerinnen am „Health-Dinner“ des Netzwerks Frauen100 am Ende mit nach Hause nehmen. Gewidmet ist der Abend, den das Netzwerk gemeinsam mit der Organisation „Entschieden gegen Krebs“ gestaltet, den humanen Papillomviren (HPV), die bestimmte Krebsarten hervorrufen können. Betroffen sind von den Folgen der sexuell übertragbaren Krankheit vor allem Frauen.
In einem Event-Apartment der Gebrüder Fritz am Checkpoint Charlie schmücken wildromantische Blumensträuße lange Tafeln. Unter den Gästen sind zahlreiche Influencerinnen, Mangerinnen und Frauen wie Mandy Mangler, die Professorin, die ihr umfassendes gynäkologisches Wissen im Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“ teilt. Moderatorin Bettina Cramer erzählt, dass sie neuerdings auch Empowerment-Coaching anbietet.
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Nach der Vorspeise, gebeizter Sellerie an Gurkenfonds, spricht die Molekularmedizinerin Julia Löffler über „Chancen der Prävention“. Impfen hilft auch hier, besonders bei Kindern im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Rund 80 bis 90 Prozent aller Menschen infizierten sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, sagt Löffler.

© FRAUEN100 via Getty Images/Franziska Krug
In den meisten Fällen schaffe es der Körper, die Infektion in den Griff zu bekommen. In den anderen Fällen mündet sie in Gebärmutterhalskrebs oder Analkrebs. Löffler sagt, dass die Impfquote in Deutschland viel zu niedrig sei, was aus ihrer Sicht unter anderem an mangelndem Wissen liegt.
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Nur 54 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 34 Prozent der gleichaltrigen Jungen seien geimpft. Dass Länder wie Island, Norwegen oder Portugal mit Impfquoten von bis zu 90 Prozent da schon weiter sind, liegt nach der Überzeugung auch der Mitgastgeber unter anderem an der besseren Digitalisierung im Gesundheitswesen dort.
Ich vertrete die Ahnungslosen da draußen.
Nazan Eckes
Täglich stürben in Deutschland vier Frauen und drei Männer an Krebs-Erkrankungen, die durch HPV bedingt sind, sagt Löffler. Für die Wissenschaftlerin ist die Impfung „eine medizinische Revolution“. Es gehe um bestimmte Krankheiten, die man gar nicht erst bekommen müsse.
Bei seinen eigenen Kindern sei die Impfung nicht wegzudenken, sagt der Jugendarzt und Podcaster Florian Babor im Gespräch mit Moderatorin Nazan Eckes und Lena Schäfer, eine junge Frau, die selbst von Krebs betroffen war und berichtet, wie die Krankheit sie verändert hat. Auch der Zeitfaktor spiele eine Rolle bei der fehlenden Aufklärung, sagt Babor: Man müsse die jungen Menschen motivieren, sich gegen eine Krankheit impfen zu lassen, die unter Umständen erst Jahrzehnte später auftritt. Es gebe viel zu wenig Wissen über die Erkrankungen und die Möglichkeiten der Vermeidung.
„Ich vertrete die Ahnungslosen da draußen“, sagt Eckes munter. Sie halte sich für einen durchaus aufgeklärten Menschen, sei aber beim Arzt noch nie mit dem Thema konfrontiert worden. Für sie ist es wichtig, mit Kindern über Gesundheitsthemen auf Augenhöhe, also altersgerecht zu sprechen.
Auch Angst und Scham spielen eine wiederkehrende Rolle in dem Gespräch. „Je mehr wir aufklären, desto weniger wird die Angst“, sagt Babor. Gefährlich ist, da ist man sich einig, eine Mischung aus Unwissenheit, fehlendem Bewusstsein und Scham. Rund 200 verschiedene Papillomviren gibt es.
Studien zeigen, dass es wichtig ist, vor dem ersten sexuellen Kontakt zu impfen. Es gibt, bevor zum Hauptgang schwarzer Siah Risotto an Miso Möhren aufgetragen wird, reichlich Fragen an die Experten. Offensichtlich gibt es auch fast 20 Jahre nach der Zulassung einer HPV-Impfung noch viel Aufklärungsbedarf bei diesem Thema.