Der Trägerverein der „Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen“ (BIG) sieht sich durch die geplanten Kürzungen im Etat det Bildungsverwaltung in seiner Existenz gefährdet. Wie vor einer Woche bekannt wurde, wird dem Teil-Projekt „BIG Prävention“ ab April die gesamte Fördersumme gestrichen, insgesamt fast 300.000 Euro. Durch das Projekt werden unter anderem Schulkinder über Aspekte häuslicher Gewalt informiert und für Gefahren sensibilisiert.

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Die Streichung der Zuwendung „ohne Vorwarnung und ohne Gesprächsangebot“ zeuge nicht nur von politischer Nichtachtung der Bildungssenatortin Katharina Günther-Wünsche, „sondern bedroht durch die Kurzfristigkeit die Existenz unseres gesamten Vereins“, sagte Doris Felbinger, Geschäftsführerin von BIG.
Felbinger verwies auf laufende Sachkosten wie Mietkosten, die man so schnell nicht einsparen könne. Zudem gebe es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit besonderem Kündigungsschutz. „Das bedeutet, dass wir Gehälter wie auch Sachkosten mehrere Monate lang aus eigenen Mitteln zahlen müssen“, sagte Felbinger. „Dafür haben wir nicht ausreichend Rücklagen. Das bricht uns das Genick.“
Der Verein ist nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren gegen häusliche Gewalt aktiv und beschäftigt mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der Präventionsarbeit betreibt der Verein eine Beratungshotline, eine sogenannte Clearingstelle mit 15 Schutzplätzen, bietet mobile Beratungen an und koordiniert verschiedene mit häuslicher Gewalt konfrontiert Berufsgruppen und Experten.
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„Natürlich setzen wir aktuell alle Hebel in Gang, um einen Ausweg zu finden, aber die enorme Kurzfristigkeit erschwert alle alternativen Finanzierungsmöglichkeiten, für die es ja auch wieder Anträge und Bearbeitungsfristen braucht“, sagte Felbinger. „Derzeit sieht es sehr finster für uns und damit alle gewaltbetroffenen Frauen in Berlin aus.“